Bin ich ein Hochpulser - oder laufe ich zu schnell?

 

Das Hauptmotiv, warum Leute zu uns in die Diagnostikzentren kommen und eine Leistungsdiagnostik erstellen lassen, ist die Frage, ob sie gesund sind und wie es um ihre Fitness bestellt ist. Dicht gefolgt wird dieses Motiv von der Frage, was derjenige tun kann, um seine Leistungsfähigkeit zu steigern. Unserer Meinung nach ist letzteres das viel wichtigere Motiv, denn das ist die Stärke der Leistungsdiagnostik, dass wir unseren Kunden das Handwerkszeug in die Hand geben, ihr Training auf die aktuelle Leistung abzustimmen, um möglichst effektiv und zeitsparend die Fitness zu bessern und somit natürlich auch die Gesundheit zu stärken.

Eine zentrale Frage von uns ist hier die Frage nach den bisherigen Trainingsgewohnheiten, insbesondere nach den Pulswerten, nach denen bisher trainiert wurde (falls schon gemessen wurde). Interessant für uns ist, welchen Bereich derjenige als Wohlfühlbereich, in welchem er den Schwerpunkt seines Trainings verbringt, bezeichnet. Nicht selten kommt es vor, dass Leute in eher höheren Bereichen trainieren und von sich selbst denken, dass sie Hochpulser sind. Da ist die Leistungsdiagnostik mit Bestimmung der Stoffwechselparameter das ideale Mittel, dies zu ergründen und zu beurteilen. Wir können also feststellen, ob jemand ein Hochpulser ist oder aber zu intensiv trainiert und sich an zu hohe Trainingsbereiche gewöhnt hat.

Was ist nun ein Hochpulser? Es gibt ja die Möglichkeit, Trainingsintensitäten nach Pulsformel zu bestimmen: Beispielsweise 220 minus Lebensalter für den berechneten Maximalpuls, davon z.B. 60-75 % (hier existieren unterschiedliche Empfehlungen in der Literatur) für den Grundlagenbereich (GA1-Training). Viele kommen hier schon an eine Grenze, da sie die Vorgaben nicht einhalten können. Genauer wird es, wenn der Maximalpuls im Training bestimmt wird, doch selbst dann haben viele noch Schwierigkeiten mit der Einhaltung der berechneten Pulsbereiche. Verständlich, denn Pulsformeln basieren auf Mittelwerten und können somit die Stoffwechselsituation des Einzelnen nicht erfassen. Da aber viel Zeit und Energie in das Training investiert wird und es schade wäre, wenn diese Zeit nahezu umsonst und uneffektiv ist, wäre vor allem in diesen Fällen eine Bestimmung der Stoffwechselparameter mittels Stoffwechsel- und Leistungsdiagnose das Mittel der Wahl.

Hier wird genau der umgekehrte Weg gegangen: Die Pulsformel schätzt über Mittelwerte, was in der Muskulatur passiert. Wir messen hingegen den Anteil des Fett- und Kohlenhydratstoffwechsels und legen daraufhin die richtigen Pulswerte fest. So können wir eindeutig entscheiden, ob nun jemand ein Hochpulser ist und infolge dessen natürlich auch mit höheren Herzfrequenzen (als es vielleicht die Pulsformel vorgeben würde) trainieren darf oder ob er/sie zukünftig das Training etwas lockerer angehen und sich mit niedrigeren Intensitäten (= Pulswerten) belasten sollte. Hochpulser(innen) sind häufiger bei Frauen als bei Männern anzutreffen, meist ist der hohe Puls unter Belastung gepaart mit niedrigen Blutdruckwerten (wodurch die Herzfrequenz dann kompensatorisch schnell ansteigt).