Michael´s Geschichte

Trialrunning, aber natürlich!

 
Mein Name ist Michael Romano, bin 53 Jahre alt und eigentlich schon immer sehr gerne in den Bergen unterwegs gewesen (Wandern, Klettersteig, Biken) und seit vielen Jahren begeisterter Läufer. Seit 7 Jahren steht für mich das Trailrunning an Nummer 1. Warum das so ist? Lest selbst und vielleicht kommt ja der ein oder andere beim Lesen auf den Geschmack, auch mal abseits der Asphaltpisten unterwegs zu sein!
 
„Trailrunning“ ist eigentlich die natürlichste Fortbewegung des Menschen überhaupt, tausende Jahre alt, und heute so angesagt wie nie. Was früher als Gelände- oder Waldlauf bezeichnet wurde, wird heute hip mit Trailrunning vermarktet. Die Sportindustrie hat diese Nische längst entdeckt mit schickem Trailrunning-Equiment, vielversprechenden Einsteigerseminaren und informativen Trailrun-Fachmagazinen und jede Menge Apps.
 
Was ist aber das Besondere daran? Auf den ersten Blick mal gar nichts. Denn jeder Straßenläufer muss mal über einen Feldweg. Ab wann wird man also dann zum Trailrunner? Das Gute ist: es gibt keine klare Definition und wirklich großartig daran ist das Ungezwungene: du machst dir deine eigenen Regeln! Für den einen ist Trailrun das Ablaufen des alt bekannten Trimm-Dich-Pfads im nah gelegenen Wald, für den anderen ein anspruchsvoller 40 km-Lauf im Gebirge mit 1500 Höhenmeter.
Das Ungezwungene findet sich auch in den immer zahlreicheren Wettkämpfen wider. Wenn man nicht gerade um die vorderen Plätze kämpft, dann geht es während eines langen Trails recht locker zu. Da man sich die Kräfte gut einteilen muss (man findet wenig Wettkämpfe unter 20 km und 1000 HM, der Trend geht in Strecken weit über 40 km mit 2 bis 3.000 Höhenmeter), unterhalten sich die Läufer während der lockeren Passagen, machen Selfies oder Fotos von der schönen Landschaft. Wohlgemerkt: Während eines Wettkampfes, was bei einem Straßenwettkampf kaum mehr vorkommt.  
 
Während des Trailrunnings wird das Laufen ganz bewusst erlebt! Und warum ist das so? Aus meiner Sicht ist die Leistung zum einem nicht direkt vergleichbar wie bei einen Straßenlauf (eine 3:30 in einem Marathon ist eine ganz klare Sache) und steht damit nicht so sehr im Vordergrund. Bei einem Trailrun ist jeder Lauf anders und stark abhängig vom Boden- sowie Höhenprofil und natürlich auch vom Wetter, vor allem im Hochgebirge. Zum anderen ist es das Erlebnis selbst: wir laufen oft in atemberaubenden Landschaften, gehen gemeinsam zum Teil an unsere körperlichen Grenzen. Man achtet und respektiert dabei einander und auch immer die Natur – das verbindet!
 
Und wie gelingt der Einstieg ins Trailrunning? Wir brauchen dazu keinen Wettkampf, nicht mal eine andere Ausrüstung als beim „normalen“ Joggen; es sei denn, Du begibst Dich in alpines Gelände. Dann sollte das passende Equipment (Trailschuhe, Laufweste, Verpflegung etc.) dabei sein. Aber um einfach in den Wald zu gehen, braucht es nicht viel. Ich persönlich suche mir meist kleine Pfade (sog. Singletrails), genieße die frische Luft, die Landschaft und fühle mich als Teil der Natur. Ich verzichte ganz bewusst auf Musik, denn ich will diese Natur hören: den Wind in den Bäumen, die Vögel und meine Schritte auf dem Waldboden. Wenn ich es am Wochenende einrichten kann, dann fahre ins nahegelegene Allgäu, suche mir bereits zuhause einen schönen Trail (z.B. bei Outdooractive.com) und bin für 2-3 Stunden der glücklichste Mensch der Welt! Das ist mein Trailrunning!
 
Anmerkung der Redaktion: der Laiblachlauf in Hergensweiler (30.03.2019) bietet Einsteigern eine tolle Strecke (12 km Hauptlauf mit Trail entlang der Leiblach). Mehr Infos hierzu auch unter www.tsv-hergensweiler.de